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Der tanzende Ökonom | 01/Herbst 2017 

Manche von euch kennen mich durch die Gemeinwohl-Ökonomie  (GWÖ), andere durch die Genossenschaft für Gemeinwohl, manche haben eines der Bücher gelesen oder einen Vortrag besucht, wiederum andere kennen mich nur vom Tanzen.

Jetzt gib es den "ganzen Christian" in einem Newsletter, zweimal jährlich, wo ich mein öffentliches Tätigkeitsspektrum kompakt zusammenfasse.

Möge für alle etwas interessantes dabei sein!

- Christian Felber
Übersicht
  1. Highlights: Preise, 4000 Menschen in Dresden, Gemeinwohl-Gemeinden, SWR-Nachtcafé, Einladung in die UNO
  2. Bankgründungsprojekt: Lizenzeinreichung, GLS-Beteiligung, Neue Strategie
  3. Wissenschaft: WU Wien, Lehrstuhl GWÖ in Valencia, IASS, MA Angewandte GWÖ
  4. Bücher: Money, Taschenbuch GWÖ, Upcoming
  5. Reisen: Kolumbien II, Holland, UK II, Argentinien II 
  6. Tanz: Wissenschaftsball, Altes Rathaus München, Dresden
  7. Medienblitzlichter
  8. Action!

I. Highlights

Preise in Deutschland und Spanien 

Gleich drei Preise in einem Jahr! Das ist eine große Ehre und Ermutigung für meine Arbeit. Im März erhielt ich zunächst für die Gemeinwohl-Ökonomie den ZEIT WISSEN-Preis „Mut zur Nachhaltigkeit“, in der Kategorie „Wissen“. Laudator Harald Welzer befand die Tatsache einzigartig, dass aus einem Buch eine weltweite Bewegung wurde. Ich würde es so formulieren: Die Idee gab es immer schon, weltweit, das Buch hat uns daran erinnert und uns ermutigt, sie konkret umzusetzen. Zum offenbar genau richtigen Zeitpunkt! 

Im November folgen Preise zwei und drei: Zunächst in Städtchen Steinheim in Ostwestfalen-Lippe. Dort lebte im 15. Jahrhundert der Quer- und Vorausdenker Reinecchius. Ihm zu Ehren wird seit 2008 die Reineccius-Medaille verliehen. Zu den bisherigen PreisträgerInnen zählen Klaus Töpfer, Tanja Busse, Felix Finkbeiner und Josef Urhahne, dieses Jahr darf ich sie entgegennehmen, im Rahmen eines Stadtfestes – so etwas hätte ich mir nie erträumt, zumindest nicht zu Lebzeiten :) 

Eine Woche später ruft Barcelona zur Preisverleihung – eine Stadt, die schon mehrere GWÖ-Pionier-Leistungen vorzuweisen hat: erste Universität und erster Bezirk einer Großstadt, die weltweit eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt haben. Auch der öffentliche Akt der dritten internationalen GW-Delegiertenversammlung fand in der Aula Magna der Uni Barcelona statt, mit Schirmmenschen aus Rektorat, Rathaus und Landesregierung. Nun verleiht mir das Barcelona Filmfestival den Menschenrechtspreis. Diese Ehrung freut mich besonders, weil ich die GWÖ genau so verstehe: als konsequente Umsetzung von Menschenrechten, der Menschenwürde im Individuellen, des Gemeinwohls im Kollektiven.

4000 Menschen beim Palais.Gespräch in Dresden

Die Menschen kamen, und sie blieben, bis 23.30 Uhr. Es war ein konventionelles politisches Gespräch auf der Bühne im Garten des japanischen Palais, als Highlight des Palais.Sommers, das aus Kulturangeboten und Massenyoga zusammensetzte. Organisator Jörg Polenz hatte sich einen lang gehegten Wunsch erfüllt und seine politischen Wurzeln wieder ausgegraben. Als Themen schienen ihm das Bedingungslose Grundeinkommen und die Gemeinwohl-Ökonomie geeignet, als Personen Richard David Precht und ich. Die Rechnung ging auf, der Abend erzeugte eine zeitliche und räumliche Resonanz wie ein Wahltag. Genau das war RD Prechts treffendster Satz: Zu Zeiten Willi Brandts schauten die Parteien in die Zivilgesellschaft, welche Ideen vorhanden wären und aufgegriffen werden könnten. Heute hören sie auf ihre Medienberater. Das erklärt das riesige Interesse an alternativen Konzepten und langfristigen Lösungen.

Eine ähnliche Erfahrung war das Wiener Stadtgespräch
520 Menschen strömten in die Arbeiterkammer; der Festsaal fasste 420 Gäste, weitere 100 wurden in der Cafetería mit einer Live-Übertragung versorgt. Direktor Christoph Klein eröffnete, Moderator Peter Huemer sprach mit mir über die Themen „Gemeinwohl-Ökonomie“, „Ethischer Welthandel und „Souveräne Demokratie“. 

Erste Gemeinwohl-Gemeinden in Österreich

Feierstimmung war auch in Nenzing im Vorarlberger Bezirk Bludenz, wo ich den beiden ersten zertifizierten Gemeinwohl-Gemeinden Österreichs nach einer Keynote vor 300 Festgästen – 15 BürgermeisterInnen aus Österreich und Deutschland, Bezirkshauptmann, Vorarlberger Landtagspräsident - die Zertifikate überreichen durfte. Das Konzept der Gemeinwohl-Gemeinde wurde erst nach und nach entwickelt. Am Beginn war eine schnelle Vierergruppe aus Südtirol, die jedoch nicht nachhaltig war. Darauf folgten die ersten Gemeinden in Spanien, die teils eigentständige Wege gehen. Dann legte der AK Gemeinden die adaptierte Gemeinwohl-Bilanz für Gemeinden vor, die als erste von Mäder und Nenzing erstellt wurden – unter der Begleitung von zwei Vorarlberger Gemeinwohl-Gemeinde-BeraterInnen. Das Audit nahm ein Tandem aus Südtirol und der Schweiz ab. Der Festabend war war eingebetetet in das Jahrestreffen der „Zukunftsorte“, einem Zusammenschluss von einem Dutzend besonders innovativer österreichischer Gemeinden. Die Atmosphäre war international, überparteilich und feierlich – und wird einen nächsten Schub auslösen, der sich bereits in Bayern und anderen Teilen Deutschlands abzeichnet.

Erste TV-Talkshow in Deutschland: SWR-Nachtcafé

Beim dritten Anlauf hat es geklappt: Das SWR-Nachtcafé lud mich in eine Talk-Runde zu nachhaltigem Konsum. Mit lauter spannenden Gästen, die wirklich etwas anders machen: von der Milchbäuerin, die ihre Kälber drei Monate bei den Müttern lässt, dem verpackungsreien „Lola“ in Hannover, dem Paar, das in einem Mini-Haus lebt und nur 2,5 Stunden pro Woche erwerbsarbeitet sowie einer Händlerin für Bio-Textilien… Mein „Konterpart“ war FDP-Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler. Leider wurden ausgerechnet meine Beiträge zu Politik, CETA, Legislative und Freiheit in der Wirtschaft stark gekürzt – die Aufzeichnung war um 15 Minuten länger als die Sendung. Das Feedback hat aber zum Glück ergeben, dass die Wirkung auch so erfolgt ist. Die Sendung ist hier ein Jahr lang nachzusehen.

Einladung von der UNO

Kaum identifiziert, ist ein weiters strategisches Teilziel schon geschafft: Die UNO hat mich in ihren Headquarter nach New York eingeladen. Konkret organisiert das Human Development Report Office des UNDP rund einmal monatlich ein Seminar mit internationalen VordenkerInnen. Der „Recall“ in die USA findet ein Jahr nach meiner „Premiere“ im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (und Naturressourcen). Bei Fertigstellung des Newsletters zeichneten sich sogar zwei Präsentationen ab: eine Online-Konferenz zur Economy for the Common Good und ein Präsenzvortrag 2018 zu Ethical World Trade.

II. Bankgründungsprojekt

Kleine Banklizenz bei der FMA beantragt

Der nächste Meilenstein ist geschafft: Wir haben die „kleine Lizenz“ für den Zahlungsverkehr (= Girokonto mit Online-Banking, Bankomat- und Kreditkarte) am 13. September 2017 bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht beantragt. Die FMA muss innert 3 Monaten reagieren. Bitte drückt fest die Daumen, dass wir die Lizenz ohne Aufschub erhalten. Dann könnten wir nämlich Mitte 2018 das „Gemeinwohl-Konto“ anbieten und wären klar sichtbar und erlebbar auf dem Markt. Das würde dann die weitere Kapitalsammlung für die große Lizenz vereinfachen…

Eine Million Euro von der GLS

Die deutsche Schwesterbank GLS in Bochum ist bereits die größte Einzelgenossenschafterin mit einer Einlage von 100.000 Euro. Nun hat der Aufsichtsrat einer Beteiligung am Zahlungsinstitut i. H. v. 20% oder 1 Mio. Euro zugestimmt. Die Beteiligung wird schlagend, sobald die Lizenz erteilt und damit die AG gegründet und damit AG-Anteile verkauft werden können. Diese Kooperation fühlt sich gut an, die GLS ist nicht nur die renommierteste Ethik-Bank in Deutschland, sie wurde zum nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands 2012 gekürt und hat den internationalen Ethik-Banken-Verban Global Alliance for Banking on Values GABV mit ins Leben gerufen.

Strategiewechsel: Die Vollbank als letzter Schritt!

Seit wir das Projekt gestartet haben, ist die Vision kraftvoll und konstant geblieben, die Strategie haben wir jedoch nahezu regelmäßig gewechselt: Freie Genossenschaft statt Verbandsmitgliedschaft, Doppelstockkonstrukt statt Genossenschaftsbank, und nun, nachdem die Kapitalsammlung langsamer erfolgt als wir erhofft hatten, werden wir nicht die Bank von null auf 100 aufbauen, sondern den Acker der ethischen Finanzdienstleistungen Frucht um Frucht bestellen. Die Vollbank wird nicht der erste, sondern der letzte Schritt! Die Krönung oder das Klimaxstadium, sozusagen.

Die ersten fünf (!) Schritte haben wir schon geschafft:

  1. Entwicklung der Gemeinwohl-Prüfung (in Anlehnung an die Gemeinwohl-Bilanz der GWÖ),
  2. Externe Crowdfunding-Plattform (respekt.net),
  3. Crowdgiving (Schenken),
  4. Eigene Crowdfunding-Plattform (gemeinwohlprojekte.at),
  5. Crowdlending (Darlehen), mit zwei erfolgreich ausfinanzierten Projekten.

„Bank“ ist also relativ, das sieht man schon an diesen ersten fünf erfolgten Schritten – ohne Lizenz! Mit der Lizenz gehen wir nun das erste Großprojekt an: Das Zahlungsinstitut.

III. Wissenschaft

Keine Wiederbestellung an die WU Wien

Nach 10 Jahren Lehrtätigkeit an der Wirtschaftsuniversität Wien ist diese vorerst zu Ende. Ich wurde seit 2008 regelmäßig als externer Lektor eingeladen, zunächst „Theorie und Praxis der Globalisierungskritik" zu unterrichten, später „Gemeinwohl-Ökonomie und andere Alternativen“. Mein inhaltliches Angebot reichte von Finanzmärkten und Welthandel über öffentliche Güter und Steuergerechtigkeit bis zu Souveräner Demokratie und Gemeinwohl-Ökonomie. Meine Lehrveranstaltungen wurden von den Studierenden sehr geschätzt und sehr positiv benotet; sie passte auch perfekt zum neuen WU-Motto „Rethink Economy“. Damit ist es nun zu Ende. Nach zehn Jahren Dienst an der WU Wien erhielt ich dieses Jahr keine Einladung mehr zu unterrichten. Begründungen: Externe Lehrende, die damals bewusst angefragt wurden, um die Perspektivenvielfalt zu erhöhen, wurden durch internes Stammpersonal ersetzt; diese werden von den Akkreditierungsagenturen lieber gesehen. Und das Budget für letzere wurde gekürzt. Ich habe beim Department für Sozioökonomie und beim Vizerektorat für Lehre nachgefragt, ob es einen alternativen Lehrplatz für mich gebe – derzeit leider negativ.

Lehrstuhl Gemeinwohl-Ökonomie in Valencia gestartet

Umso stärker wächst das Interesse an anderen Orten. An der Universität Valencia startete am 17. Juni 2017 ein Lehrstuhl Gemeinwohl-Ökonomie. Der BWL-Professor Joan Ramon Sanchis Palacio, spezialisiert auf Soziale und Solidarische Ökonomie, hatte selbst die Idee zu diesem Lehrstuhl, nachdem er die GWÖ kennen gelernt und die Affinität der neuen Regierung im Bundesland Valencia mitbekommen hatte. Sein Vorschlag wurde nicht nur angenommen, es ist eine Reihe weiterer Lehrstühle geplant – von solidarischer bis feministischer Ökonomie. Der Lehrstuhl wird sich der weiteren Beforschung, Lehre und Bekanntmachung der „Economía del bien común“ widmen, er wird die AuditorInnen-Ausbildung in Valencia unterstützen und Dissertationen zum Thema betreuen.

Fellowship am IASS in Potsdam 2018

Meine beiden Vorträge am Insitute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Berlin-Potsdam sind nicht folgenlos geblieben. Ich wurde eingeladen, 2018 Fellow zu werden. Wir sind gerade beim Feintunen der Schwerpunktthemen. Voraussichtlich werde ich nächstes Jahr mehrere Wochen in Berlin verbringen. Damit geht einer von vielen kleinen geheimen Wünsch in Miterfüllung.

MA Angewandte Gemeinwohl-Ökonomie an der FH Burgenland

Endlich ist es durch. Der ursprünglich als MBA geplante Lehrgang Angewandte Gemeinwohl-Ökonomie wird nun als MA angeboten – gemeinsam von der FH Burgenland und dem Studien und Management Center Saalfelden SMC. In letzter Sekunde bekam das Department für Wirtschaft Bedenken und winkte ab, das Department für Soziologie übernahm mit Freude. Damit hat die lange „Reise“ dieses ersten Lehrgangs nun einen sicheren Hafen gefunden. Ganz ursprünglich hätte der MBA an der Universität Salzburg starten sollen, doch auch hier blockierte der Senat das Projekt, das bereits alle Instanzen durchlaufen hatte – ich selbst war beim finalen Gespräch mit dem Vizerektor für Lehre („Ich wüsste nicht, was ich dagegen haben könnte.“) - in letzter Sekunde durch die Beauftragung von 5 (!) Gutachten, aus denen vier Schlechtachten wurden. Auf die FH Burgenland kam der InitiatorInnen-Kreis rund um Wolfgang Schäffner vom Saalfelden Management Center, weil sie die Gemeinwohl-Bilanz erstellt hatte – eine richtige Entscheidung, wie sich nun herausgestellt hat. Langfristiges Ziel bleibt unverändert die Aufnahme der Gemeinwohl-Ökonomie in reguläre Lehrpläne öffentlicher Universitäten in Österreich…

IV. Bücher

Englische Version "GELD": Money - The New Rules of the Game

Zu den größeren Erfolgen im Autorendasein zählt es, dass ein Buch auf Englisch veröffentlicht wird. Mit der Gemeinwohl-Ökonomie ist hier die Premiere gelungen. Nun darf ich mich ein zweites Mal freuen: Der Springer-Verlag bringt am 11. November „Money - The New Rules of the Game“ heraus. Das Buch war auf der Frankfurter Buchmesse 2014 mit dem internationalen „getAbstract International Book Award“ zum Wirtschaftsbuch des Jahres ausgezeichnet worden. Das prädestinierte es für das englischsprachige Publikum. Der Springer-Verlag wurde auf mich bei einer internationalen Konferenz am Weltethos-Institut in Tübingen aufmerksam. Prominente Gäste, darunter Jeffrey Sachs, haben Aufmerksamkeit geschaffen. Ich habe die Gelegenheit genützt, das Buch zu aktualisieren, Quellen nachzuschärfen, die Bibliografie anzureichern und auf eine rundere Gesamtstruktur zu achten. Möge das Dreieck Gemeinwohlorientierte Wirtschaftsordnung (GWÖ), gemeinwohlorientierte Finanzordnung (Money) und gemeinwohlorientierte Handelsordnung (Ethical World Trade) bald auch auf Englisch komplett sein!

Vorschau I: aktualisiertes Taschenbuch "Gemeinwohl-Ökonomie"

Der nächste Etappenschritt: Als erstes meiner Bücher erscheint die Gemeinwohl-Ökonomie im März 2018 - knapp acht Jahre nach der Erstausgabe als Taschenbuch – bei Piper. Die „Halbwertszeit“ eine neuen Buches heute bewegt sich um die drei Monate, nach sechs Monaten sind die meisten Titel nicht mehr in Buchhandlungen präsent. Die „GWÖ“ war nie ein richtiger Bestseller, aber sie ist ein Longseller par excellance. Insgesamt sind rund 80.000 Stück in 12 Sprachen verkauft. Für die Taschenbuch-Ausgabe habe ich den Text vollständig be-/überarbeitet und einzelne Kapitel praktisch neu verfasst – besonders „Geld als öffentliches Gut“ an der Stelle der „Demokratischen Bank“ sowie nun endlich ein erster Entwurf für den möglichen Fragenkatalog an den Demokratischen Wirtschaftskonvent anstelle der 20-Punkte-Zusammenfassung im Anhang. Die Bibliografie ist nun doppelt so lang, und die Anzahl der Quellen hat sich entsprechend vergrößert. Nach mehreren Zwischenüberarbeitungen sollte der Text nun noch konsistenter, aktueller und präziser sein – und die nächste Verbreitungswelle unterstützen...

Upcoming books

Manchmal werde ich gefragt, ob ein neues Buch „in der Röhre“ ist. Oder in der Feder. Oder im Herzen. In meinem Herzen ist immer eine infinite Bibliothek. Die Frage ist, welcher Option gebe ich Vorrang, wie viel mute ich meinen LeserInnen zu? Gerade brennt mein Herz für zwei Bücher: ein alternatives Wirtschaftslehrbuch, das auf Bildern aufbaut; und „Souveräne Demokratie“ zum 100. Geburtstag der ersten demokratischen Verfassungen in Deutschland und Österreich (November 2019 und Februar 2020). 

V. Reisen

Kolumbien II 

In Medellín hat das Sozialwerk Congregación Mariana die „Geheimwohl-Bilanz“ erstellt – ja genau: geheim!! Sie haben uns das nicht mitgeteilt, weil sie nicht wussten, ob sie das überhaupt durften. (Alle Dokumente rund um die Gemeinwohl-Bilanz sind „Creative Commons“-lizensiert.) Jedenfalls entschieden sie sich dann für eine Einladung, der ich nicht widerstehen konnte. Und ich war sehr beeindruckt von der Stiftung – einer schönen Blume mit 13 Blütenblättern (Sozialwerken). Allein zur Pressekonferenz kamen rund 20 JournalistInnen. Der 
2. Teil waren zwei Vorträge in Bogotá, einmal auf 
der „Academia Colombiana de Ciencias Económicas“ und zum anderen auf der Universidad Javeriana.

Holland

Holländisch ist die 12. Sprache, in der die Gemeinwohl-Ökonomie erschienen ist. „Ware winst“ steht für „echten Gewinn“, das trifft es gut! Die bereits an sieben Orten wurzelnde holländische GWÖ-Bewegung hat die Einladungen von einem Nachhaltigkeitsmagazin kräftig unterstützt und so insgesamt vier einander perfekt ergänzende Veranstaltungen auf die Beine gestellt: Nachhaltigkeits-Interessierte, NGOs, Social Entrepreneurs und eine Talk Show mit Uni-Professoren und einer Expertin des Wirtschaftsministeriums. Hightlight: Eine WWF-Verantwortliche des Living Planet Report hat mich eingeladen, für den Bericht 2018 einen Beitrag zur GWÖ zu leisten.

UK II: Schumacher College

Eigentlich unerklärlich, dass ich nicht schon viel früher zum Schumacher College fand. Ich schätze E. F. Schumacher und seinen Lehrer Leopold Kohr sehr, zitiere beide in meinen Büchern und Vorträgen. Endlich war es soweit. Ich wurde eingeladen, einen Short Course on the Economy for the Common Good, Ethical World Trade, Money as a Public Good, Sovereign Democracy und „The inner voice“ zu halten. Die TeilnehmerInnen waren je zur Hälfte aus Lateinamerika und Europa. Wir tanzten, spielten, liefen zum River Dart und ließen uns über Schwungseile in die tiefsten Tümpel fallen. Die einjährigen Master (für rund 20 StudentInnen) sagen alles über den Geist des Colleges, z. B. „Economics for Transition“ oder „Holistic Science“. The Colleges' "nickname" University for Holistic Science is totally justified. Ich habe eine neue intellektuell-spirituelle homebase gefunden und freue mich auf Wiederkehr. Vielleicht als Fellow….

Upcoming: Argentinien II

Auch die Dezember-Reise nach Argentinien ist ein Recall. Der first call kam von der Universität Buenos Aires, der Expertin für „bienes comunes“ (Commons/Allmenden) Cristina Calvo. Dieses Mal laden zwei Stiftungen und eine Universität. Ich werde im nächsten Newsletter berichten!

VI. Tanz 

Wissenschaftsball

Die Ökonomin und Ballerina Gloria Benedikt verantwortet am Laxenburger Think Tank IIASA den Bereich Science & Arts. Another bridgebuilder. Habemus progressive Ganzheitlichkeit. Auf zur ersten echten Uni-Versität! Gloria und ich entwickelten ein Tanzstück zum Thema „Post truth“ als Beitrag des IIASA für den österreichischen Wissenschaftsball. Dieser findet im Wiener Rathaus statt, als bewusster Kontrapunkt zum Burschenschafterball in der Hofburg. Wir produzierten das 5-minütige Stück als Video, das während des gesamten Balls auf einem zentralen Screen im Loop lief. Als Dankeschön durfte ich während des Balls am Tisch des IIASA-Direktors Pavel Kabat Platz nehmen. Es folgte eine Einladung zum Lunch Seminar am Institut in Laxemburg und eine Zweite zur Sommeruniversität für young graduates from all over the world.

München

Ein lange gehegter und gereifter Wunsch ging im Juli in Erfüllung: der erste getanzte GWÖ-Vortrag. Ich war eingeladen worden, im Rahmen der KulturProzession für zehn Minuten die Bühne im Alten Rathaus zu bespielen – frei gestaltet. Diese Chance ergriff ich, um anstatt die GWÖ in 10 Minuten „vorzutragen“ - sie vorzutanzen. Meine Tanzpartnerin Magoa, die mir die ersten Akrobatik-Figuren beigebracht hat, stellte mit mir ein Komposition aus zeitgenössischem Partnering, Akrobatik und Akroyoga zusammen, dazwischen gesprochene Grundbausteine der GWÖ. Die 12-minütige Performance funktionierte trotz herausfordernder Rahmenbedingungen, erfüllte uns tief und regte den Appetit auf mehr an...

Dresden

Eine bestmögliche Balance zu finden aus Körperlichkeit, Sinnlichkeit und Spüren einerseits und intellektueller und verbaler Arbeit andererseits ist eines meiner „Lebensthemen“. Und ich staune immer noch, wie gut es mir nach dem Tanzen und noch besser nach dem Tanzunterrichten geht. Die stimmliche Artikulation der Bewegung verstärkt die Verbundenheit mit dem Energiefluss und der Lebendigkeit, mit der Lebenskraft und diese körperlich erfahrene Lebensweisheit durch mich durchfließen zu anderen und „die Verhältnisse“ (im kleinen) zum Tanzen bringen, dass das genau der Sinn des Lebens ist. Ich tanze, also bin ich! Deshalb versuche ich dem Tanz(en) und Tanzunterricht(en) mehr und mehr Platz einzuräumen – Glücksgarantie und Lebensversicherung. In Dresden gelang die Kombination aus politischem Gespräch (s. Highlights) und Yoga-Unterricht. Der Palais.Sommer war insgesamt so ein Erfolg, dass zu den Yoga-Stunden im Park rund 200 TeilnehmerInnen kamen. Nachdem ich das am Vortag inspiziert und selbst mitgemacht hatte, wusste ich, was auf mich zukommen würde und war vorbereitet. Anstatt etwas auf der Bühne „frontal“ vorzumachen, strukturierte ich die Zweihundertschaft in Achterkreise, die für mache Übungen in Vierer- und Zweiergruppen gesplittet werden konnten. Dann zeigte ich die Partnering- und Akro-Übungen mit Freiwilligen in der Mitte der Wiese vor und ließ dann die Kreise arbeiten. Das war ein Tanz der ganz besonderen Art!

VII. Medienblitzlichter
  • Der SPIEGEL brachte anlässlich der Proteste rund um den G20-Gipfel in Hamburg die GWÖ prominent als Zukunftsalternative: Beitrag und Video
  • Der „trend“ brachte ein ausführliches Streitgespräch zwischen dem ifo-Wissenschaftler und Pro-TTIP-Studienautor (für das BMWA und die Bertelsmann-Stiftung) Gabriel Felbermayr und Christian Felber (Autor "Ethischer Welthandel"). 
VIII. Action!
Anteile zeichnen an der Genossenschaft für Gemeinwohl
Bitte zeichnet weiter Anteile an der Genossenschaft. Gerade in diesen Tagen ist es ein Zeichen an die FMA, dass immer mehr Menschen hinter dem Projekt stehen und die geplanten Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen werden. Sagt es weiter und ermutigt andere zum Zeichnen. Die Bank für Gemeinwohl wird nur durch den gemeinsamen Willen Vieler entstehen!

GWÖ-Mitglied werden 
Die Gemeinwohl-Ökonomie breitet sich rasant aus, wir haben alle Mühe, die nötige Infrastruktur zu entwickeln, damit alle Erwartungen an uns erfüllt und die Servicierung der Unternehmen, Gemeinden, Universitäten und der Öffentlichkeit in hoher Qualität und Verlässlichkeit erfolgen können. Dafür benötigen wir eine noch viel stärkere finanzielle Basis. Bitte werdet Vereinsmitglied in einem der GWÖ-Vereine. Das stellt unsere Arbeit auf eine solide organisatorische und administrative Grundlage. Danke! 

Demokratischer Handelskonvent 
Wenn euch Stopp TTIP und CETA! zu wenig ist; wenn ihr selbst die Richtung für die EU-Handelspolitik mitgestalten wollt, dann könnt ihr seit kurzem den „Demokratischen Handelskonvent“ durchspielen – für euch selbst, in der Familie, NGO, im Verein, Unternehmen, …und eines Tages in eurer Gemeinde! 


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