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Der tanzende Ökonom | 02/Frühjahr 2018

Die Muse hat mich schon früh geküsst - meine erste Buchpublikation auf Deutsch war ein Gedichtband. Dann stand der Aufbau von sozialen Bewegungen lange Zeit an der Tagesordnung - und er dauert an.

Allerdings habe ich beschlossen, in diesem Jahr nur noch 100 Vorträge zu halten (nach 150 im Vorjahr), um generell zu entschleunigen - und auch den Schwerpunkt meiner Aktivitäten in Richtung Wissenschaft zu verschieben. Damit ich dort jedoch nicht "heillos" verstaube und emotional dehydriere, gebe ich gleichzeitig dem Tanz wieder mehr Raum.

Und ein bisschen mehr Nichtstun und entschleunigen ist auch drin. Wurde auch Zeit! Eine vielfältige Lektüre wünscht



Übersicht
  1. Highlights: Laudatio Alberto Acosta, Kate Raworth, Gemeinwohl-Regionen, TV-Hattrick in DE,
    3. Gemeinwohl-Bilanz des Teams Christian Felber
  2. Bankgründungsprojekt: Konzessionsantrag, GLS-Option
  3. Wissenschaft: GIVUN, IASS, Angewandte Wien, GWÖ-Lehrgänge, Einladungen 
  4. Bücher: Taschenbuch GWÖ, englische Ausgabe "Geld", spanische Ausgabe "Ethischer Welthandel", Hörbuch "Innere Stimme"
  5. Reisen: Argentinien, Belgien, Vorschau: Jakarta
  6. Tanz: Boxen, 60 Jahre EWSA, Zärtlich Raufen 
  7. Medienblitzlichter
  8. Action!

I. Highlights

Laudatio für Alberto Acosta

Nur wenige Wochen, nachdem ich mich aufgemacht habe, um Alberto Costa persönlich kennen zu lernen und ihn als GWÖ-Botschafter gewinnen konnte, wurde ich von der Sächsischen Hans-Carl-von-Carlowitz-Gesellschaft e.V. angefragt, ob ich die Laudatio für den diesjährigen internationalen Preisträger – Alberto Acosta – halten möchte: die Zufälle des Lebens. Die Preisverleihung-Zeremonie war ein wunderschönes Erlebnis. Der inländische Preisträger war der Potsdamer Klimaforscher Joachim Schellnhuber. Ich kannte ihn von den Medien, hatte ihn aber noch nie live gehört. Und das war eine neue Dimension: Wissenschaft at its best (Mathematik maximal mit Menschlichkeit kombiniert) und erhellend: „Konservativ geschätzt gibt es (allein) in unserer Galaxie 20 Milliarden erdähnliche Planeten.“ Eigentlich eine ziemlich gute Nachricht – und food for Bewusstseinsweitung. Alberto Acosta war der internationale Preisträger, für seinen Einsatz für das „buen vivir“, die Menschenrechte und die Rechte der Natur. „Buen vivir ist eine Alternative zu Entwicklung.“ Acosta war gewählter Vorsitzender der ekuadorianischen Verfassungsversammlung, die 2008 eine der ökologisch fortschrittlichsten Verfassungen der Welt entwickelte. Mehr dazu in meiner Laudatio.

Treffen mit „Doughnut-Ökonomin“ Kate Raworth

Das Buch, das von seinem „spirit“ her der Gemeinwohl-Ökonomie bisher vielleicht am nächsten kommt und dieser einen soliden theoretischen Rahmen gibt, ist die „Donut-Ökonomie“ von Kate Raworth. Ich verschlang die englische Version, nachdem ich das Doughnut-Diagramm seit rund zwei Jahren in meinen Vorträgen standardmäßig verwende und, davon inspiriert, die Idee der „Ökologischen Menschenrechte“ entwickelt habe. Das nun vorliegende Buch, nach dem Donut benannt, ist in England zu einem absoluten Bestseller geraten und liegt bereits in zahlreichen Übersetzungen vor. Ich hatte das Glück, Kate nun schon zweimal persönlich zu begegnen: Zum einen lud uns GWÖ-Sprecherin Katrin Muff an die Business School Lausanne, um an Modulen für ein neues Curriculum für Business Schools zu arbeiten. Kurze Zeit später wurden Kate und ich in Belgien vom Mo-Magazin gemeinsam interviewt. Unabhängig davon habe ich, in Kooperation mit der Gesellschaft für Plurale Ökonomik, an der Einladung von Kate nach Österreich mitgewirkt. Ergebnis ist ein ORF-Dialogforum am 22. April in Wien. Eine mit Kate gemeinsam ausgearbeitete vergleichende Übersicht Doughnut Economics – Economy for the Common Good findet ihr hier.

Erste Gemeinwohl-Region in Sicht 

Die Nachhaltigkeitskonferenz in Marburg-Biedenkopf im Herbst hat gewirkt: Die dort in erster Reihe anwesende Landrätin Kirsten Fründt lud mich für einen ganzen Nachmittag ein, um über die Realutopie eines ersten „Gemeinwohl-Landkreises“ in Deutschland nachzudenken. Mit an Bord war Josef Rother, einer der Koordinatoren des GWÖ-Energiefelds Lahn-Eder und professioneller Kommunalentwickler. Wir haben in einem Protokoll 19 Optionen zusammengefasst, von denen der Landkreis nicht weniger als 8 umsetzen möchte! Darunter befinden sich, u. a., die erste Gemeinwohl-Zertifizierung für einen Landkreis und die Entwicklung eines Gemeinwohl-Produkts für die Region. An die Arbeit!


ZDF, ARD, 3SAT - TV-Hattrick in Deutschland

Ein starker medialer Jahresauftakt war die Einladung in
die ZDF-Kultursendung „Aspekte“, dievon über einer Million Menschen live verfolgt wurde. Ich war 7 Minuten lang exklusiv als Gast im Studio, mit der Gemeinwohl-Ökonomie-Schrift im Hintergrund. Das Video eignet sich als aktueller und attraktiver Einstieg in die GWÖ.

Nur wenig später kam die 3SAT "Scobel"-Redaktion auf mich zu, um ein Vorspann-Interview zur Diskussion zum 200. Geburtstag von Karl Marx zu drehen. Die 11 Minuten geben ebenfalls eine aktuelle und kompakte Einführung in die GWÖ.

Auch das ARD-Mittagsmagazin brachte einen Beitrag über die GWÖ am Beispiel des Märkischen Landbrots in Berlin. Ergänzend wurde ich aus Bremen zugeschaltete und mit ergänzenden Fragen live interviewt.

3. Gemeinwohl-Bilanz des Teams Christian Felber

Walk your talk: Als internationaler Fürsprecher einer gesetzlich verbindlichen Gemeinwohl-Bilanz muss ich natürlich als Beispiel vorausgehen. Mein Team hat in einem längeren Prozess die 3. Gemeinwohl-Bilanz für die Jahre 2015 und 2016 erstellt. Das Ergebnis findet sich auf 45 Seiten hier. Wir sind alle sehr berührt, wie viele feine und tiefgehende Fragen so eine Bilanz auslöst. Wir sind jetzt so richtig drin und haben die Erstellung der nächsten Bilanz aufgenommen. Danke GWÖ


II. Bankgründungsprojekt

Lizenz zwischen FMA und BVwG

Wie im letzten Newsletter berichtet, haben wir die „kleine Lizenz“ für den Zahlungsverkehr (= Girokonto mit Online-Banking, Bankomat- und Kreditkarte) am 13. September 2017 bei der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) beantragt. Die FMA war vom Gesetz verpflichtet, innert 3 Monaten zu antworten. Allein, sie tat es nicht. Weshalb wir eine Säumnisbeschwerde einreichen mussten und die FMA den Antrag „freiwillig“ an das Bundesverwaltungsgericht übergab. Dieses muss nun in einem ersten Schritt klären, wer nun für den Antrag zuständig ist. Es zeichnet sich ein langwieriges und schwieriges Verfahren ab.

Kooperation mit der GLS

Auch weil der weitere Lizenzantragsprozess unabsehbar ist, haben wir auf der außerordentlichen Generalversammlung der Genossenschaft für Gemeinwohl im Januar den Boden für einen Plan B bereitet: eine engere Kooperation mit der Bochumer GLS Bank. Die Gespräche haben sich seit der Beteiligung der GLS an der Genossenschaft mit 100.000 Euro ständig intensiviert, nun steht eine Niederlassung der GLS im Raum, die den Namen „Bank für Gemeinwohl“ tragen und Gemeinwohl-Produkte anbieten wird. Noch ist alles offen, aber der Good Will von beiden Seiten vorhanden. Ich werde im April an einem Sondierungsgespräch mit dem vollzähligen Vorstand der GLS in Bochum teilnehmen.


III. Wissenschaft

Ergebnisse des Forschungsprojekts GIVUN liegen vor

Mitte Februar wurden die Ergebnisse des 3-jährigen Forschungsprojekts Gemeinwohl-Ökonomie im Vergleich zu unternehmerischer Nachhaltigkeitsstrategien (GIVUN) an den Universitäten Flensburg und Kiel, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, im Rahmen einer stark besuchten wissenschaftlichen Tagung in Berlin präsentiert. Das von Bernd Sommer und Harald Welzer geleitete Projekt lotete das transformative Potenzial der Gemeinwohl-Ökonomie aus. Die Wissenschaftler konnten eine Reihe von Unternehmen für das Projekt gewinnen, darunter auch die DAX-Konzerne MAN, E.ON sowie die Otto Group und DM. Sie spielten immerhin mit der Option, eine Gemeinwohl-Bilanz zu erstellen – was viele kleinere Unternehmen bereits tun. Fazit des Projekt-Teams: „Die Gemeinwohl-Bilanz zielt im Vergleich mit anderen Instrumenten unternehmerischer Nachhaltigkeit vergleichsweise stark auf Suffizienz bzw. die absolute Reduktion des Naturverbrauchs und hat damit das Potenzial, zur Transformation in Richtung einer ressourcenleichteren Gesellschaft beizutragen.“ An der Tagung beteiligten sich zahlreiche Wissenschaftler*innen aus ganz Deutschland und darüber hinaus, darunter Jana Gebauer (IÖW Berlin), Stefanie Deinert (Hochschule Fulda), Ralf Köhne (CAU Kiel) oder Christoph Schank (Uni St. Gallen). Am Abschlusspodium diskutierte ich mit Hauptprojektkoordinator Bernd Sommer sowie Maja Göpel (früher World Future Council, jetzt Geschäftsführerin des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung zu Globalen Umweltveränderungen) das transformative Potential der Gemeinwohl-Ökonomie in der Zukunft.

Fellow am IASS seit Jahresbeginn

Das angekündigte Fellowship am Insitute for Advanced Sustainability Studies in Berlin-Potsdam ist Realität geworden – per 1. Januar 2018. Ich werde bis Jahresende vier Wochen in Berlin zubringen und mich ganzjährig einem Projekt „Kritik der Wirtschaftswissenschaft“ (Arbeitstitel) widmen. Konkrete Früchte sind garantiert. Mein „persönlicher“ Betreuer ist Thomas Bruhn, der das „AMA“-Projekt (A Mindset for the Anthropocene) ins Leben gerufen hat.

Lehrauftrag an der „Angewandten“ in Wien

Die „Lücke“ universitärer Lehre, die durch die Nichtwiederberufung an die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) entstand, ist auch schon wieder gefüllt. Seit Anfang März unterrichte ich an der Universität für Angewandte Kunst in Wien „Critical Reflection on Relevant Global Challenges“.

Start von drei Lehrgängen zur GWÖ

Schon berichtet habe ich vom Start des MA-Lehrgangs „Angewandte Gemeinwohl-Ökonomie“ an der FH Burgenland und dem Management Center Saalfelden ab September 2018. Die Anmeldung läuft inzwischen. Falls jemand ein Stipendium finanzieren möchte, meldet Euch bitte gerne. Neu hinzugekommen ist ein berufsbegleitender MBA-Lehrgang „Trend- und Nachhaltigkeits-Management“ an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen (HfWU). Erstmals wird darin ab diesem Semester darin ein Themenschwerpunkt zur Gemeinwohl-Ökonomie enthalten sein. Inhaltlich verantwortlich für das Modul ist Dr. Oliver Viest, Vorstand im GWÖ-Verein Baden-Württemberg. Auch hier läuft die Anmeldung bereits.Und auch der weltweite erste Lehrstuhl Gemeinwohl-Ökonomie an der Universität Valencia ist hochaktiv. Neben einem internationalen Forschungsprojekt bietet der Lehrstuhl unter der Leitung von Professor Juan Ramón Sanchis nun auch einen Lehrgang für GWÖ-Berater*innen an, auf Spanisch!

Einladungen an Universitäten

Erfreulicher Weise werde ich an zahllose Universitäten und Hochschulen eingeladen! Immer öfter auch in Verbindung mit einer konkreten Aktivität zur Gemeinwohl-Ökonomie. Zum Beispiel an die Uni Trier, wo Psychologie-StudentInnen die Gemeinwohl-Ökonomie auf die Erkenntnisse ihres Fachs hin geprüft haben. Ich war schon sehr glücklich darüber, dass der Universitätspräsident persönlich die Begrüßung übernommen hatte. Und dass mehr als 400 Interessierte den Hörsaal füllten. Doch richtig erfreulich ist, dass das Vortragsvideo, das etwas mehr las 6 Monate im Netz ist, bereits mehr als 7000mal angesehen wurde: Faktor 20!





IV. Bücher

Taschenbuch-Ausgabe der GWÖ

Siebeneinhalb Jahre nach dem Erscheinen der Erstausgabe der „Gemeinwohl-Ökonomie“ im August 2010 liegt das Buch in 12 Sprachen vor und wurde über 90.000mal verkauft. Am 1. März ist die Grundlage der GWÖ-Bewegung theoretisch fundierter und rundum aktualisiert als Taschenbuch bei Piper erschienen. Waren in der Erstausgabe noch 70 unterstützende Unternehmen in einem Anhang enthalten, ohne Gemeinwohl-Bilanz, so unterstützen heute über 2300 Unternehmen die Initiative, rund 500 haben freiwillig eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt, die in der Version 5.0 vorliegt. Gänzlich neu geschrieben ist das Kapitel „Geld als öffentliches Gut“. Die 20-Punkte-Zusammenfassung am Ende wurde durch alternative Fragen an den „demokratischen Wirtschaftskonvent“ ersetzt, damit für die LeserIn konkret vorstellbar wird, wie das Fundament der Wirtschaftsordnung von morgen direkt vom demokratischen Souverän gelegt werden könnte.

Meine Lieblings-Zitate:
„Das Geld ist indeß nicht Zweck, sondern Mittel zum Zweck.“ Friedrich Wilhelm Raiffeisen
„Eigentum ist nur Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck.“ John Stuart Mill
„Wirtschaften ist ja nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck des guten Lebens.“ Peter Ulrich

Englische Version von „Geld“

Wie angekündigt ist im November die englische Version des Geld-Buches, „Money. The New Rules of the Game“ bei Springer erschienen. Das Buch war auf der Frankfurter Buchmesse 2014 mit dem internationalen „getAbstract International Book Award“ ausgezeichnet worden. Ein anfänglicher Schock waren die gesalzenen Preise von Springer. In der Nachverhandlung ist es jedoch gelungen, eine erschwingliche Softcover-Version zu erwirken, die seit März ebenso wie die E-Book-Version zu akzeptablen Preisen erhältlich ist. Und eine gute Nachricht zu den englischen Büchern: Der Hattrick aus alternativer Wirtschaftsordnung (GWÖ), alternativem Geld- und Finanzsystem und alternativem Handelsystem verspricht zu gelingen.

Spanische Version von „Ethischer Welthandel“

Zum Erscheinen der spanischen Version von Ethischer Welthandel, Comercio Mundial Etico (ES), das von der Salzburger Robert-Jungk-Biliothek als Zukunfsbuch 2017 mit der besten Bewertung gewählt wurde, leistete ich mir den Luxus, das Buch in Madrid, Barcelona, Vitoria (Baskenland) und Valencia (mit dem GWÖ-Lehrstuhl-Professor) vorzustellen. Passenderweise organisierten wir die Woche rund um eine bereits bestehende Einladung an die Universität Santander herum, womit ich bereits in Spanien war. Das Medienfeuerwerk war, einmal mehr, beeindruckend. Und mit dem neuen Buch konnte ich einen weiteren Akzent zur Weiterentwicklung der GWÖ setzen. Bei dieser Gelegenheit antwortete ich nun auch eindlich einem spanischen Ökonomen der „österreichischen Schule“, Juan Ramón Rallo, der die GWÖ auf 25 Seiten umfassend kritisiert hat. Bei Interesse ist der Text hier (ES).

Hörbuch der „Inneren Stimme“

Die „Innere Stimme“, mein persönlichstes Buch, erschienen im Publik-Forum-Verlag, und ist nun schon in der dritten Auflage. Nun gibt es bald auch ein Hörbuch dazu, aufgenommen durch die Hörbuchmanufaktur Berlin. Hier könnt ihr euch einen Hörschnipsel anhören.










V. Reisen

Argentinien


Kurz vor Weihnachten trat ich meine zweite Argentinien-Reise an. Das nach der 1. Reise entstendene Energiefeld in Buenos Aires hat kräftig mitgeholfen, eine spannende Tour usammenzustellen: Córdoba, Colonia Belgrano, Rosario, San Francisco und La Plata: 5 Städte in 5 Tagen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – Generalstreik mit darniederliegendem öffentlichen Verkehr und brütende Sommerhitze – war das Interesse an allen Orten sehr stark, nicht zuletzt aufgrund der Unzufriedenheit mit der neoliberalen Regierungspolitik, gerade werden wider alle internationalen Erfahrungen die Renten privatisiert = präkarisiert. Vielversprechend ist das Interesse mehrerer Universitäten an einem GWÖ-Lehrstuhl. Große Freude: Es wurden mehrere neue Energiefelder gegründet. Hier findet ihr eine kleine Fotogallerie.

Belgien

Ich war schon öfter in Brüssel, aber noch nie in „Belgien“. Nun durfte ich den Unterschied erfahren, eingeladen von einer breiten Palette von AkteurInnen. Rund um eine Einladung des flämischen Umweltministeriums entstand eine zweitägige Agenda aus: Experts Lunch bei Friends of the Earth (FoE) Europe (deutsches Mitglied: BUND; österreichisches Mitglied: Global 2000), ExpertInnen-Briefing im European Environmental Bureau (EEB), Podiumsdiskussion zu Ethical Banking mit Finance Watch und New B (einer Bankgründunggenossenschaft mit ähnlichem Entwicklungsweg wie das Projekt Bank für Gemeinwohl und schon 50.000 GenossenschafterInnen, aber auch noch ohne Lizenz), Workshop bei The Shift, einem Netzwerk von 400 nachhaltigen Unternehmen, Business Lunch im Headquarter von KPMG am Flughafen Brüssel, Interview mit Kate Raworth für das Nachhaltigkeitsmagazin „Mo“ (s. Highlights) sowie eine Abendveranstaltung im prallgefüllten Stadttheater von Gent auf Einladung einer Riege von NGOs rund um Oikos. Deren Gründer, Dirk Holemans, führte mich noch durch das historische Städtchen, das einmal die wichtigste Getreideumschlagplatz im Mittelalter war. Wichtigstes Gebäude ist der Belfort-Turm aus dem 12. Jahrhundert, in dem die erste (weltliche) Stadtverfassung aufbewahrt wurde. Ende der 1990er Jahre wollte der amtierende Bürgermeister eine Tiefgarage genau unter dem Wahrzeichen bauen. Holemans organisierte eine BürgerInnen-Initiative, um eine Volksabstimmung zu erreichen. Dafür musste er die Unterstützung von 10% der Wahlberechtigten sammeln, was gelang. Auch die 2. Hürde, dass sich mindestens 40% der Wahlberechtigten an dem Referendum beteiligen müssen, damit das Ergebnis gültig sei, wurde knapp übersprungen: 41,2% - obwohl (oder weil) der Bürgermeister die BewohnerInnen aufgerufen hatte, der Abstimmung fern zu bleiben. Der zweite „Fehler“ des Bürgermeisters bestand darin, die Abstimmung als verbindlich zu behandeln, obwohl ihn das Gesetz nicht dazu verpflichtet. Das Ergebnis sollte es ihm enfach machen: 95% stimmten gegen den Bau der Tiefgarage.Die beiden Tage waren hoch motivierend für das junge Energiefeld, das starken Zulauf erhielt – die Gründung weiterer Energiefelder ist in Aussicht –, aber auch für mich. Eine kleine Bildergallerie ist hier.

Vorschau: Jakarta

Nach der Ablehnung von Einladungen nach Singapur und Australien - aufgrund der Ferne und der langen Flüge - habe ich nun eine Einladung zur Asien-Pazifik-Konferenz der Deutschen Wirtschaft (APK) im November in Jakarta angenommen. Thema wird Fair Trade statt Free Trade sein. Es werden 1000 TeilnehmerInnen aus Asien und Deutschland erwartet.


VI. Tanz 

Ein bisschen Boxen tut gut

Im Wiener Tanzquartier ist mitunter mein 2. Wohnzimmer, wir lernen dort Zeitgenössische Tanzstile in ihrer breitestmöglichen Auslegung kennen: Partnering, Contact Improvisation, ethnische Tänze, Körperarbeit, Kampfsport und: Boxen. Natürlich gewaltfrei:) Aber die Erfahrung des „Vollkontakts“ war eine Erleuchtung. Gewaltfreies Boxen könnte zur Medizin einer berührungsarmen Kopfkultur werden…


60 Jahre EU-Wirtschafts- und Sozialausschuss

Nach der „Premiere“ des getanzten Vortrags zur GWÖ darf ich nun die englische Version davon am 60. Geburtstag des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses vorführen, am 24. Mai in Brüssel. Wieder mit Tanzpartnerin Magoa Hanke. Wir sind schon fleißig am Proben….

  


Zärtliches Raufen

Auf der Spur der heilsamen und lustvollen Wirkung des „empathischen Kräftemessens, Sich-Spürens und gegenseitigen Durchknetens“ bin ich seit einiger Zeit. Und, langsam wie die Dinge – und Erkenntnisse – reifen, werde ich jetzt erstmals einen Workshop dazu anbieten, auf dem Contact-Pfingst-Festival auf Schloss Glarisegg. Ganzheitlichkeit konkret. 


VII. Medienblitzlichter

  • Am 26. Januar war ich für die GWÖ in ZDF Aspekte Gast im Studio.
  • Die Sächsische Zeitung brachte am 26. Februar einen Gastkommentar zur Standortpolitik von Siemens.
  • In der belgischen Qualitätszeitung De Standaard erschien am 6. März ein schönes Interview.
  • Die in den letzten Jahren nicht übermäßig günstig gestimmte Presse – zuletzt erklärte sie auf der Titelseite das Projekt Bank für Gemeinwohl für „gescheitert" – publizierte am 7. März einen Gastkommentar zu „Ethischer Welthandel“.
  • Der Deutschlandfunk sendete am 8. März ein längeres und aktuelles Porträt über die GWÖ.
  • Das Bayrische Fernsehen porträtierte am 28. März in der Sendung „Station“ ab Minute 22:40 die GWÖ am Beispiel der Herzogsägmühle.
  • In der slovenischen Svet Kapitalia erschien am 2. April ein längeres Interview.
  • Gastkommentar im Standard am 3. April zur Übernahme von Monsanto durch Bayer.
  • Das ARD-Mittagsmagazin brachte einen Beitrag über die GWÖ am Beispiel des Märkischen Landbrots in Berlin und Live-Schaltung mit mir. 
  • Und die 3SAT "Scobel"-Redaktion kam auf mich zu, um ein Vorspann-Interview zur Diskussion zum 200. Geburtstag von Karl Marx zu drehen. 

VIII. Action!
Stipendien
Wer selbst die Möglichkeit oder eine Idee für die Finanzierung eines Stipendiums für den Lehrgang „Angewandte GWÖ“ hat, kann sich an Wolfgang Schäffner vom StudienZentrum Saalfelden wenden oder auch direkt an mich.

Forschungsprojekt „Gemeinwohl-Prüfung“
Im Bankprojekt wollen wir eine universell einsetzbare Gemeinwohl-Prüfung entwickeln – im Rahmen eines Forschungsprojekts. Dafür suchen wir einen Financier. Bei Interesse bin ich direkt ansprechbar.

Demokratischer Handelskonvent – erste Ergebnisse!
Die ersten 150 Personen haben sich am „Demokratischen Handelskonvent“ beteiligt. Das Ergebnis ist zwar nicht repräsentativ – es gab keine Selektion der Freiwilligen –, macht aber Mut. Das Tool steht bereit, ihr könnt es zu Hause, im Betrieb, im Verein, in der Partei oder in Eurer Lebensgemeinde anwenden!

GWÖ-Mitglied werden
Schon Mitglied in der Gemeinwohl-Ökonomie? Die Fortschreitende Professionalisierung bedarf auch einer breiter werdenden Mitglieder-Basis. Hier geht es zur Anmeldung.


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